Lieber Uwe, lieber Robert, es freut mich sehr, dass wir uns hier zum Interview treffen. Ihr seid Sponsoren von Rund um die Kö und wir haben das große Vergnügen uns mit einigen Sponsoren, die selbst aktive Radsportler sind zu treffen. Nun sitzen wir hier am KÖ-Brunnen. Los geht es.

1. Warum engagiert Ihr euch mit Blackbear als Sponsor für Rund um die Kö?

Uwe: Wir sind über unsere Freunde von der Schicken Mütze dazu gekommen und machen das jetzt schon zum dritten Mal. “Rund um die Kö” war als einzig verbliebenes Düsseldorfer Radsportevent ja ziemlich auf der Kippe. Wir fanden das als fahrradaffine Leute und Leute, die davon leben, dass die Düsseldorfer Stadt lebt, schade. Da haben wir uns gern engagieren wollen.

2. Unterstützt Ihr auch andere kulturelle oder sportliche Aktivitäten als Sponsor?

Uwe: Wir machen das immer dann, wenn wir es glaubhaft und authentisch machen können. Ohne jemand nahe treten zu wollen: uns würde man nicht abkaufen, wenn wir eine Opernpremiere sponsern würden, das ist nicht unsere Welt. Radsport verbindet uns beide. Die Polizei unterstützen wir auch hin und wieder einmal, das hat zwar mit Kultur im engeren Sinne nichts zu tun, finden wir aber wichtig und notwendig.

3. Welche Rolle spielen das Rad und Radfahren bei Blackbear – als Fortbewegungsmittel oder als Sportgerät?

Robert: ja auf jeden Fall eine große. Wir stellen allen Mitarbeitern Fahrräder zur Verfügung. Unser Credo ist, dass wir alle Objekte, die wir erwerben oder managen, mit dem Fahrrad erreichen können.

4. Ihr seid Immobilien- und Projektentwickler für Bestandsimmobilien. Spielt dabei Fahrradmobilität eine Rolle und wenn ja, welche?

Robert: Insofern ja als das es sehr zentral gelegene Objekte sind, wo wir der Überzeugung sind, dass sie eine gute ÖPNV-Anbindung oder sind mit dem Fahrrad gut zu erreichen so dass man eigentlich kein Auto braucht. Wir werden mehr oder weniger gezwungen Stellplätze zur Verfügung zu stellen, weil es doch noch von den Nutzern erwartet wird und weil die Behörden das erwarten.

Uwe: Noch etwas haben wir festgestellt: die typischen Projekte, die wir in den letzten Jahren gemanagt haben, zeigen, dass dessen Nutzer kaum Nachfrage nach PKW-Stellplätzen haben sondern den ÖPNV und das Fahrrad im Vordergrund sehen. Von dieser Seite her ist da ein starker Trend zu erkennen.

5. Wie seid Ihr zum Rennradfahren gekommen?

Uwe: (schmunzelt) Die erste Tour de France Übertragung, die ich im Fernsehen mitbekommen habe, die mich begeistert hat und bei der ich mir ein gelbes T-Shirt angezogen habe, um mit meinem 4-Gang Rennrad mit Unterrohrschaltung eine Etappe zu fahren, war die letzter, bei der Eddy Merckx noch gefahren ist aber nicht gewonnen hat. Würde mal tippen, das war so was wie das Jahr 1973. Danach hat mich der Virus nicht mehr losgelassen.

Robert: Bei mir war das weniger sportlich, sondern es war ein Film. Nämlich der Film “ET”.

Das musst du mir aber genauer erklären, Robert

Robert: Das BMX-Rad hat mich begeistert. Da musste unbedingt ein solches Rad her. Das erste war ein “Raleigh”.

Uwe: Raleigh war übrigens das Team, für das Didi Thurau fuhr, als er in “Gelb” gefahren ist bei der Tour. 

6. Was ist Eure Lieblingsregion zum Rennrad fahren?

Robert: meine Lieblingsregion ist Südtirol, weil es dort schön bergig ist und schöne Ziele hat, wie z.B. eine Alm. Was natürlich sehr motiviert, wenn man bis dahin 2000 hm den Berg hoch strampelt. Man muss sich ja irgendwie belohnen.

Uwe: das finde ich auch gut, wobei ich nicht so oft in den Bergen Fahrrad fahre. Hier in der Region fahre tatsächlich sehr gerne am Rhein entlang. Ich wiege circa 20 kg mehr als Robert, von daher sind Berge nicht so ganz meine Domäne (zwinkert). Wobei, wir sind schon zweimal zusammen über die Alpen geradelt.

7. Eine Frage die sich passend dazu anschließt: Flach- oder Bergfahrer?

Uwe: ich bin eher der Roleur (lacht).

Robert: Bergfahrer.

8. Mit welchem Radsportidol würdet Ihr gerne mal eine Ausfahrt machen?

Uwe: Udo Bölts.

Robert: boah, schwierig, Marco Pantani kann ja nicht mehr (zwinkert), aber das ist mein Idol. Mal abgesehen von seinen “Eskapaden”.

9. Thema Radsport/Fahrradnutzung in Düsseldorf: was würdet Ihr verbessern?

Robert: wow, da gibt es eine ganze Menge was man machen kann und ich denke, dass man das Thema von Grund auf neu denken muss. Fahrradspuren auf die Straße malen ist ja eine schöne Idee aber keine Lösung. Das kann nur der Anfang und ein Behelf sein. Es ist ja kein geschützter Bereich für Kinder und Fahrradfahrer etc., sondern wirkt eher so als dass es der Gesetzgeber machen muss aber nicht richtig durchdacht ist. Das ist eher Alibi-Politik. Nehmen wir die Königsallee als Beispiel. Warum müssen hier Autos sein? Dass der Umsatz nicht durch Autos kommt, sondern durch Menschen ist für einige schwer zu verstehen.

Uwe: Es gibt die Leute, die sich nicht vorstellen, dass Leute, die mit dem Fahrrad kommen trotzdem Uhren für 5000 Euro kaufen.

Robert: Stimmt. Genauso wie es nicht nur Fahrräder für 1000 Euro gibt und das Fahrrad längst zum Statussymbol geworden ist. Ich glaube daher haben wir ganz andere Vorstellungen als die bisherige Politik und das, obwohl wir auch gerne Auto fahren. Ich glaube das schließt sich auch nicht aus.

10. Nach einer anstrengenden Ausfahrt: womit kann man Euch kulinarisch glücklich machen?

Uwe: Käsekuchen mit Rosinen! Oder auch Kaiserschmarrn, wenn man in den Bergen ist. Aber Rosinen müssen rein.

Robert: Fusili a lá Salsiccia im Olio (Pasta mit einer feinen Fenchelbratwurst in Öl, dazu gibt es z.B. geriebenen Parmesan, Anm. der Redaktion), oder eine Gazpacho im Münstermann Kontor (Bistro auf der Hohe Straße in Düsseldorf).

11. Wow, das sind ja ziemlich präzise Antworten von euch beiden. Zum Abschluss, was war denn Euer schönstes Erlebnis auf dem Rad?

Robert: Ja, da gibt es ein sehr schönes Erlebnis. Ich habe bei einer Alpenüberquerung nach der dritten Etappe meiner Frau einen Heiratsantrag gemacht. Nachdem sie drei Tage die Berge eisern hoch gestrampelt ist, wusste ich, sie ist die Richtige.

Uwe: bei einer Alpenüberquerung bin ich im 3er Team gefahren und da war der Moment, wo wir zum ersten Mal den Gardasee gesehen haben. Wir haben uns alle drei in den Armen gelegen. Und ich bekomme da jetzt noch feuchte Augen. Einfach unbeschreiblich.

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